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Dunkel

Dunkelheit. Schmerzen. Noch ein Tag in dieser Hölle. Langsam hebt er den Kopf, betrachtet den leeren Raum. Die leere Wodka lasche von letzter Nacht. Asche und Kippenreste. Schmutzwäsche im ganzen Raum verstreut. Was für ein Rattenloch.
Langsam erhebt er sich von der versifften Matratze. Alles dreht sich. Endlose Übelkeit. Ein ganz normaler Morgen in seiner privaten Hölle.
Mit schlürfenden Schritten schleppt er sich in Richtung Küche. Der Kühlschrank? Fast leer. Nur noch eine einsame Flasche Bier. Egal. Zum Vergessen wird es reichen. Es muss reichen. Der erste Schluck . Die Übelkeit übermannt ihn. Alles dreht sich. Er schmeckt die Säure auf seiner Zunge. Egal. Der zweite Schluck verdrängt den ekelhaften Geschmack von Erbrochenen. Seinen Dreck lässt er liegen. Wie immer. Ist eh egal. Alles ist egal. Es ist wie jeden Tag in dieser Hölle.
Er schließt die Augen. Leert die Flasche. Er denkt an Früher. An Tage vor der Hölle. Er denkt an sie. Die Erinnerung schmerzt, aber er wird sie nicht los. Er stellt die Flasche ab. Schüttelt den Kopf. Nicht jetzt. Nicht schon wieder. Er will nicht mehr daran denken. Will nur noch vergessen.
Er nimmt seine Jacke. Verlässt das Rattenloch.
Alles ist grau. Kalt. Alles ist wie er. Alles schmerzt.
Der gleiche Weg. Wie jeden Tag. Nach einigen Minuten erreicht er sein Ziel. Endlich. Endlich brennt der Wodka in seiner Kehle. Endlich vergessen. Vergessen was passiert ist. Sie kurz vergessen.
Die Flasche leert sich. Immer mehr klare Flüssigkeit rinnt seinen Kehle hinunter. Wärme durchströmt ihn. Kurzes Vergessen der Kälte.
Langsam wankt er zurück. Zurück zum Loch. Die Hölle wird erträglicher mit jedem Schluck. Zurück auf die versiffte Matratze. Kippe an. Wodka halbleer.
Er schließt die Augen. Fehler! Da ist er wieder. Der Schmerz. Schnell noch ein Schluck. Es hilft nicht. Kälte. Schmerzen. Es zerreißt ihn fast. Ihr Bild. Es dreht sich in seinem Kopf. Lässt ihn nicht los.
Das Brennen des Wodkas ist kaum spürbar. Zu groß ist der innere Schmerz.
Er schreit. Will den Schmerz heraus schreien. Es hilft nicht.
Alles beginnt sich zu drehen. Er steht auf. Weg von der dreckigen Matratze. Er schwankt durch sein Rattenloch. Stolpert über die Schmutzwäsche. Fällt in seine Erbrochenen von vorhin.
Die Flasche in seiner Hand zerbricht. Er spürt die Wärme seines Blutes. Der Schmerz wird kleiner.
Er nimmt die Scherben. Führt sie seinen Arm hinab. Tief in die Haut.
Endlich wird der Schmerz kleiner. Wird von Wärme besiegt. Die Kälte ist vorüber. Die Hölle ist erloschen.





Schmutz im Wasser

Dampf steigt vom heißen Wasser herauf. Kleine Blasen aus Schaum schwimmen an der Oberfläche. Ein Meer aus Schaum umringt ihren zierlichen Körper. Sie hält die Augen geschlossen. Schlingt die Arme um die angezogenen Knie. Erträgt es nicht sich selbst zu sehen. Leise strömen heiße Tränen über ihre blassen Wangen. Sie schmeckt das Salz auf ihren Lippen, ohne es bewusst wahrzunehmen.
Ihre Augen brennen. Ihre Lunge tut weh. Es fällt ihr schwer ruhig zu atmen.
Sie zittert, obwohl ihr heiß ist. Sie fühlt sich leer.
Wie lange sie schon so dasitzt weiß sie nicht mehr. Vielleicht erst zehn Minuten. Vielleicht eine Stunde.
Egal. Es ist egal, wie lange sie im heißen Wasser sitzt. Es hilft nicht. Sie zittert und weint leise.
Winzige Seifenreste glitzern auf ihrer Haut und treiben im Wasser. Den schwamm hat sie schon lange losgelassen. Er hat ihr nicht geholfen. Seife, Wasser und Schwamm reichen nicht aus.
Sie fühlt sich schmutzig und leer. Sie fühlt das Brennen ihrer roten, aufgerubbelten Haut. Egal, wie oft sie sich mit dem Schwamm abgerieben hat. Sie fühlt noch immer den Schmutz.
Fühlt seine großen, klebrigen Hände. Sieht die starren, wahnsinnigen, kalten Augen. Riecht seinen Schweiß.
Sie fühlt, wie ihr wieder schlecht wird. Doch sie kann sich nicht übergeben.
So, wie sie nicht schreien konnte, als er ihr die Bluse aufgerissen und die Hose runtergezerrt hat. Sie sieht wie er sich über sie beugt. Sie war starr vor Angst. Reflexe und Stimme gelähmt.
Sie fühlte, wie er ihr Vertrauen, ihr Lachen, ihr Leben nahm und es wegwarf.
Sie fühlt sich so elend. So schmutzig.
Noch immer spürt sie, wo er sie betatschte. Hört sein schnaufen. Sieht ihn vor sich.
Sie vernimmt kaum das Plätschern des Wassers.
Von draußen dringt Sonne durch das Badfenster. Leise Geräusche kommen aus dem Zimmer nebenan.
Sie hört, wie jemand an der Tür vorbei geht und stehen bleibt.
Sie ist steif vor Angst
Leise hört sie ihre Schwester fragen, ob alles okay sei.
Ja, antwortet sie.
Doch sie weiß, nichts wird jemals wieder okay sein.





Schale und Kern

Man sieht ihn vom Weiten und schon weiß man, wo er hingehört. Sie fällt neben ihm kaum auf. Scheint einfach dazu zu gehören, wie seine Piercings und Nieten.
Seine blauen Augen wirken fest. Stark. Fast wie Metall. Nichts, was ihn verbiegen könnte. Sie daneben ist zart. Eine Blume aus der Großstadt.
Nichts scheint die beiden zu verbinden. Und doch, sie gehören zusammen. Scheinen verbunden. Wie zwei Wesen aus verschiedenen Welten vereint ohne äußeren Grund. Doch untrennbar nach innen.
„Ey, Pelle! Ist das deine? Wo hast’n so was gefunden?“
Sie hatten nicht viel anderes erwartet. Was hatte sie auch hier verloren? Ein Großstadtprinzessin unter Punks? Das passte nicht. Sie mit Adidastasche und Markenshirt, er mit zerrissener Hose und Lederjacke.
„Ich bin Annie. Und er hat mich nicht gefunden. Wir wohnen in der gleichen Straße.“
Abfälliges Lachen. Was suchte sie im besetzten Haus? Er gehörte hier her. Doch sie?
Sie könnte versuchen sich zu ändern. Ihm zu liebe. Doch wollte sie das? Sich in diese Welt einfügen? Wollte er das? So wie er sein? Nieten, Buttons, Hass auf Bonzenschweine? Hass auf die Welt? Rebellion?
Sicher, sie war nicht immer einer Meinung mit ihren Eltern. Doch sie liebte sie. So, wie sie ihn liebte.
Nietengürtel? Sicher. Die Hose soll ja oben bleiben. Aber war das Revolte?
Ein leises Fragen in seinen Augen, ob sie gehen wollte. Nie hätte er laut gefragt. Nicht vor den andern.
Kapitulation war nicht ihre Art. Das wusste er. Doch ein Streit? Sie wollte nicht, dass er Stress mit seinen Leuten bekam.
„Lass uns gehen.“
Sie nahm seine Hand. Sah ihn an. Küsste ihn vorm Losgehen.
Das war ihre Art zu rebellieren. Provokation, wenn sie niemand erwartete. Die Diskussion auf ihre Art bewältigt.
Das liebte er an ihr. Ihre Ehrlichkeit in Sachen Gefühl.
War sie nach außen auch die zarte Blume, war sie nach innen stark wie Metall. Und auch die anderen würden das noch erkennen. Ihre Entschlossenheit sehen. So wie er. Sie brauchten nur Zeit, um statt der Schale den Kern zu sehen.



Wärme eines Moments

Licht und Schatten tanzen an der Wand. Wäre durchströmt den kleinen Raum. Der Duft von Kerzen und Rotwein.
Sie hat die Augen geschlossen. Hält den Moment in Gedanken fest. Wärme.
Sie dreht sich um. Sieht ihn an. So friedlich. Glücklich. Völlige Zufriedenheit.
Sie atmet seinen Duft ein. Fühlt sich leicht. Fühlt die Wärme des Glücks. Fühlt den Moment.
Der Kerzenschein tanzt auf in ihren Augen. Auf ihrer Haut. Ein Spiel des Moments. Ihr Spiel des Glücks.
Sie streicht über seinen Rücken. Wärme. Weiche Haut. Kleine Härchen kitzeln ihre Finger. Ein Lächeln. Der Wunsch diesen Moment anzuhalten. Für immer so hier bei ihm zu liegen. Leichtigkeit. Wärme. Glück. Ein Gefühl kaum zu beschreiben.
Sie kuschelt sich noch ein wenig näher an ihn. Ein Lächeln. Sein Lächeln.
Langsam dreht er sein Gesicht zu ihr. Sieht ihr in die Augen. Beobachtet den Tanz des Kerzenscheins.
Ein sanfter Kuss. Beide versinken in den Kissen. Spüren die Wärme des Moments. Zusammen. Glücklich.
Liebe.



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